Februar 2002

Servus Andy! Schön, dass du dir Zeit für ein neues Interview genommen hast!

(das obligatorische) Grüß Gott!!!!!

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Gleich zu meiner ersten Frage: Was hast du dir denn für das Jahr 2002 so vorgenommen?

So richtig vorgenommen habe ich mir nichts. Das einzige was ich wirklich will, ist einmal ein bisschen "Luft" und Ruhe nach den Aktivitäten der letzten zwei Jahre und vor allem des letzten halben Jahres (Bemerkung: Filmmusiken zu vier Kurzfilmen und drei Naturdokumentationen in 6 Monaten, zum Teil drei Musiken parallel), wo mich alles so richtig hergenommen hat, und ich große Sehnsucht nach Stunden und Tage Langeweile gehabt habe und die vergönn ich mir zur Zeit schlicht und ergriffen! Aber es geht eh schon wieder los! 
Was ich schon weiß ist, dass ich einfach mit entsprechender Konsequenz sehr genau drauf schauen werde, was ich dieses Jahr mache, weil ich mir einfach den Rücken, den Kopf und die Musikseele für meine "Geschichten" frei halten will! Ich rede eh schon lang davon, aber heuer würde ich es gerne "angehen"! Wie lange es dauert, kann ich eh nicht sagen, ich würde es aber gern zumindest mal angehen!


Kannst du schon etwas über die Art der neuen Songs sagen?

Nein. Also ich werde jetzt sicherlich meine Art Songs zu schreiben nicht drastisch ändern, da es ja sehr unmittelbar mit mir zu tun hat. Sehrwohl aber werde ich mit großer Neugier und Begeisterung die heutigen Mittel zur Umsetzung nutzen, möglichst ohne Schubladendenken.


Anfang Jänner warst du ja zu Gast bei der Beatles-Night von MONTI BETON im Planet Music und wie ich auch selber hören konnte, war das Publikum TOTAL begeistert von deiner Interpretation der Beatles-Songs. Wird es irgendwann ein Wiederholungskonzert geben?

Das hängt in erster Linie von den MONTI's ab, ob sie Lust haben, so etwas wieder zu machen! Mir hat es Spaß gemacht, einen Teil der Songs einfach so zu adaptieren, dass es sich nicht mehr darauf reduziert, Beatles-Songs so gut wie möglich nachzusingen. Das ist für mich beim Singen überhaupt ganz wichtig, dass ich es zu "meinem" mache! Das ist keine Respektlosigkeit gegenüber den ursprünglichen Leuten, gegenüber den Komponisten und Textern und denen die es interpretiert haben, sondern, und ich sag das mal ein bisschen "vorlaut", das ist meine Art Respekt zu zeigen! Nämlich ein Lied dermaßen zu schätzen, dass ich Lust habe, es zu meinem zu machen! Und in Wahrheit macht es mir erst dann richtig Spaß, es zu singen!

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Im März gibt es nach sechs Jahren Pause wieder "Danzer-Bäer-Baum"-Konzerte. Wenn man bedenkt, dass sowohl die beiden ursprünglich geplanten Konzerte als auch das Zusatzkonzert im Wiener Orpheum bereits ausverkauft sind, ohne dass wirklich Werbung dafür gemacht wurde, drängt sich natürlich die Frage auf: Warum nicht schon früher?

Ja, zum einen war ich total beschäftigt, der Georg ebenfalls, mit einem neuen Album und seinen Solo-Konzerten, und der Ulli war auch heftig mit allen möglichen Leuten unterwegs. "Austria 3" war sicher medial und auch für die einzelnen Leute, sag ich jetzt mal, ein stärkeres Thema als DBB.
Aber es hat mir damals irrsinnigen Spaß gemacht, und das hab ich bei Georg und Ulli auch so empfunden. Für mich war es eine Frage der Zeit bis es wieder mal „auftaucht“, weil es eine „goschate“ Kombination ist: Es sitzen drei Leute auf einer Bühne, die musikalisch ursächlich nicht all zu viel miteinander zu tun haben, die aber einen sehr respektvollen, lustigen, scherzhaften, niveauvollen und musikalisch intensiven Draht zueinander haben. 
Was mich dabei überrascht, ist das Echo auf etwas, was quasi überhaupt noch nicht in den Wald gerufen wurde. Da hat noch keiner wirklich geschrieen und schon tönt es zurück! Und aus vier geplanten Konzerten im März sind mittlerweile 11 innerhalb von drei Monaten geworden! Wer weiß, wo das noch enden soll (lacht)!!!
Was ich mag ist, dass gewisse Dinge ihren Anfang und, wenn auch in Etappen, ihren Abschluss haben. Deshalb habe ich das damals weder als frustrierend, noch als beleidigend, noch als "erlösend" sondern als etwas völlig natürliches empfunden, als DBB damals gesagt hat: "Jetzt ist mal Ruhe und wenn's uns taugt, dann machen wir es wieder." Das hat uns gut getan, jeder hat seine Geschichte vorangetrieben und jetzt taugt's uns halt wieder, was soll man machen (lacht)!

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Da sind wir gleich beim nächsten "Zusammenschluss von Musikern", nämlich bei "feel-saitig". Wie geht es da 2002 weiter?

Karl Kammerer, der "feel-saitig" mehr oder weniger erfunden oder angedacht hat, versucht zu klären, wer wann im Frühjahr Zeit hat. Der Plan ist, sofern das bei allen anderen Beteiligten funktioniert, dass wir uns vier oder fünf Tage zurückziehen, aber nicht in den klassischen Proberaum oder auf die Probebühne, sondern auf eine abgeschiedene Hütte. Einzige Bedingungen sind Strom und möglichst wenig Menschen, die stören könnten. Dort möchten wir dann einfach "arbeiten" und "tun"! Das Konzept, das wir schon seit einiger Zeit angedacht haben, weiterverfolgen und vorantreiben, das da wäre, dass „feel-saitig“ nicht nur eine Plattform der bereits bestehenden Songs der jeweiligen Beteiligten ist, sondern, dass wir eben zu viert und/oder mit Gästen, ganz neue Sachen entwickeln, die aus diesem Vierer/Fünferpotential entstehen, wo jeder das beiträgt, was er kann. Aber nicht, um das zu bedienen, was es schon gibt, sondern um miteinander etwas Neues zu machen. Das heißt jetzt nicht, dass bestehende Geschichten verfallen, aber das Augenmerk liegt hauptsächlich auf Dingen, die "neu passieren". Das ist uns allen ein großes Anliegen, und mir würde es total "taugen", wenn wir es im Frühjahr schaffen, uns eine knappe Woche in einer Gegend kasernieren, die uns überhaupt nicht gefällt, auf einer Alm oder so (lacht)!


Zum Schluss noch eine ganz andere Frage: Du hast ja letztes Jahr den Führerschein gemacht. Wie ist es so, wenn man plötzlich selbst hinter dem Lenkrad sitzt und nicht nur daneben?

Am Anfang sicherlich stressig! Ich denke, dass es sicherlich einige Nachteile hat, in diesem Alter den Führerschein zu machen, aber es gibt auch ganz wesentliche Vorteile! Nachteil ist vielleicht die Unbekümmertheit, mit der junge Leute an so etwas herangehen. Auch das "nicht mehr so gewohnt sein" Dinge zu lernen, obwohl ich jemand bin der ja ständig lernt, nur nicht mehr auf der schulischen Ebene. Vorteil ist mit Sicherheit ebenso, dass ich nicht so unbekümmert bin. D. h. dadurch, dass ich ein unglaublich routinierter Beifahrer war und bin, ich weiß nicht wie viele Kilometer ich schon "im Hintern" habe (lacht),  hatte ich lange Gelegenheit mir anzuschauen, was alles auf der Straße möglich ist, wo sind die Tücken sind und was da alles passieren kann. Ich habe diese Aufmerksamkeit einfach mit hinein genommen. Ich hab auch null Ambitionen den "Speed-Rebellen" in mir zu entdecken! Für mich ist ein Auto ein Transportmittel und ein, mit unter sehr teures, aber auch sehr bequemes Lastentier. Nach den ersten 5000 Kilometern, die ich sehr bewusst sehr intensiv gefahren bin, um mir einfach den Erstlingsstress "abzuräumen", weiß ich auch, dass ich mich im Sommer irrsinnig aufs Fahrrad freue und mir sicher auch in den nächsten Jahren wieder eine Jahreskarte für die „Öffis“ in Wien kaufen werde!

Vielen Dank für das Interview!!!
(Dagmar)


zum Interview aus dem Jahr 2005

zum Interview aus dem Jahr 2000











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